Historischer Boden für künftiges Wachstum: Die Neuordnung des Geländes der „Müller-Erben' am Groß-Berliner Damm

04. Oktober 2017

Historischer Boden für künftiges Wachstum

Die Neuordnung des Geländes der „Müller-Erben“ am Groß-Berliner Damm

Walter Leibl, AP. Bild: Adlershof Special

Walter Leibl, Geschäftsführer der Adlershof Projekt GmbH, sieht in dem Quartier ein neues Eingangstor aus Richtung Schöneweide. Bild: Adlershof Special

Die Adlershof Projekt GmbH treibt als Entwicklungsträger des Landes Berlin seit Jahren auch die Neuordnung des Geländes der „Müller-Erben“ am Groß-Berliner Damm voran. Ihre Hartnäckigkeit zahlt sich jetzt aus: Die Chance, dass das Areal in Zukunft auch für Wohnen und Arbeiten genutzt werden kann, ist zum Greifen nah.

Das Gelände ist der ideelle Kern des heutigen Technologiestandortes, die Wiege des deutschen Motorfluges – nur vom alten Glanz der Ära Arthur Müllers ist schon lange nichts mehr zu spüren. Stattdessen erstreckt sich im Nordosten des Entwicklungsgebietes entlang des Groß-Berliner Damms eine mit baufälligen Baracken bestandene Brache. Manch einer hatte das sich in der Hand einer Erbengemeinschaft befindliche Gebiet schon abgeschrieben. Nicht aber die Erben und die Adlershof Projekt GmbH. Nach langen, teils komplizierten Verhandlungen beider steht eine Einigung kurz vor dem Abschluss, was dem gesamten Standort künftig nochmals einen kräftigen Push verleihen wird.

Walter Leibl, Geschäftsführer der Adlershof Projekt GmbH, geht davon aus, dass der Bebauungsplan für das ca. 214.000 Quadratmeter große Gebiet Ende 2018 stehen wird. „Es wird eine für Johannisthal typische Mischung aus Gewerbe und Wohnen sein“, erklärt Leibl. Neben neuen Gewerbeflächen entlang des Groß-Berliner Damms soll hier unter anderem dringend benötigter, zum Teil geförderter Wohnraum entstehen. Unweit des Natur- und Landschaftsparks eine hübsche Lage. „Auch das wird den Wissenschaftsstandort beleben“, betont Leibl. Besonderen Charme erhält das Gebiet zusätzlich durch das Einbeziehen einzelner Baudenkmäler aus der Motorflug-Ära Müllers, die soweit möglich, saniert und für sinnvolle Nutzungen entwickelt werden. Er sieht in dem Quartier ein neues Eingangstor aus Richtung Schöneweide auf das Gelände. Nicht nur, weil es in Zukunft belebt und ansehnlich sein wird, sondern auch, weil die dann entlang des Groß-Berliner Damms nach Schöneweide verlängerte Straßenbahn Bewohner und Beschäftigte komfortabel anbindet. Sogar mit einer M-Tram, über die sich besonders Nachtschwärmer freuen werden. Darüber hinaus erhält Adlershof einen zweiten S-Bahnhof: Der Betriebsbahnhof Schöneweide wird künftig von beiden Seiten zugänglich sein. Die Wagner-Régeny-Straße wird auf gut zwei Kilometer verlängert. Damit erhalten die Grundstücke auf dem Gebiet der Gleislinse eine Erschließung und können auf den Markt gebracht werden. 

Von der Beharrlichkeit der Projektentwickler werden nicht nur Wohnungssuchende und Gewerbetreibende profitieren: „Hier entsteht auch ein Bindeglied zwischen Adlershof und Schöneweide“, benennt Leibl den städtebaulichen Effekt. Und durch die verbesserte Anbindung an die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin sind für die Institute und Unternehmen in Berlin Adlershof weitere Impulse zu erwarten. Wie auch durch die neu entstehenden Gewerbeflächen, mit denen die Weichen in Richtung weiteren Wachstums gestellt werden. 

Gleichwohl: Bis es soweit ist, wartet auf die Projektentwickler noch eine Menge Arbeit: Der durch die früheren Nutzungen kontaminierte Boden muss ausgetauscht werden. Neue Straßen werden zur Erschließung gebaut. Ein Kraftakt, der nur dank der Fördermittel der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) gemeistert werden kann. 

Von Chris Löwer für Adlershof Special